„Time to say goodbye“ – Norwegian Encore verabschiedet sich aus Papenburg

„Time to say goodbye“ – Norwegian Encore verabschiedet sich aus Papenburg

Die Erste Reise führt die Norwegian Encore über die Ems zur Nordsee. Seit mehreren Wochen lag das Kreuzfahrtschiff am Ausrüstungskai der Meyer Werft und wurde endausgerüstet.

Bildergalerie „Norwegian Encore“

Foto: Björn Haß

PAPENBURG. Gegen 21:00 Uhr wurden die ersten Leinen des neuen Kreuzfahrtschiffes gelöst. Die Überführung des Schiffsneubaus war zunächst für das Wochenende geplant, musste aber aufgrund des Sturmtiefs „Mortimer“ auf den Montagabend verschoben werden. Das Schiff manövrierte mit Hilfe zweier Schlepper rückwärts in Richtung Dockschleuse. Während der ersten Reise des Schiffes muss die Norwegian Encore verschiedene Nadelöhre passieren. Dazu gehören die Weener Brücke in Weener, die Jann-Berghaus-Brücke in Leer und das Emssperrwerk in Gandersum.

Foto: Björn Haß

Am Heck des Schiffes ist eine Adapterplatte befestigt. Dort wird die Norwegian Encore direkt mit einem Schlepper verbunden. Am Vorschiff befindet sich ein Ponton in den der Bug des Schiffes geschoben wird. Auch hier wird ein Schlepper fixiert. Der Schlepper am Vorschiff wird quer befestigt und schiebt die Norwegian Encore während der Überführung über die Ems. Der ganze Schleppverband ist durch diese Weise kürzer als wenn man die Schlepper auf die herkömmliche Art mit Leinen fest machen würde. Ein dritter Schlepper begleitet den Schleppverband und wird als sogenannter „Notschlepper“ eingesetzt.

Langsam bewegt sich die Norwegian Encore rückwärts in Richtung Dockschleuse. Die Dockschleuse trennt den Hafen der Meyer Werft von der Ems und ist das erste Nadelöhr, dass das neue Kreuzfahrtschiff bewältigen muss. Die Durchfahrt durch die Schleuse wird in Schrittgeschwindigkeit vollzogen und dauert ungefähr eine Stunde.

Foto: Björn Haß

Die Dockschleuse ist mit Rollfendern ausgestattet. An diese Fender wird das Schiff mit der Backbordseite gelegt. Es wird also im Prinzip durch die Schleuse gerollt. Das ganze geschieht sehr langsam mit ca. 0,7 km/h. Auf der anderen Seite des Schiffes vergrößert sich dadurch der Abstand zur Schleusenwand auf ungefähr zwei Meter. Bei einem Schiff mit über  300 m Länge ist das nicht viel.

Die Passage der Dockschleuse gehört mit zu den schwierigsten Manövern der Überführung. Direkt hinter der Schleuse befindet sich auch noch die erste Flussbiegung, die die nächste große Herausforderung darstellt. Das gesamte Überführungsteam der Lotsenbrüderschaft Emden trainierte dieses spannende Manöver vorab am Simulator, um so noch besser vorbereitet zu sein. Wie schon bei den Überführungen zuvor, legte auch „Norwegian Encore“ die Emspassage rückwärts zurück, wodurch eine bessere Manövrierfähigkeit gewährleistet wird.

Foto: Björn Haß

Aufgrund der Uhrzeit und des drohenden Regens sind an der Werft wie auch am Emsdeich nur wenige Zuschauer. Die Norwegian Encore verabschiedet sich aus Papenburg und gleitet hell erleuchtet langsam über die Ems in die Dunkelheit.

Foto: Björn Haß

Die Norwegian Encore ist bereits seit mehreren Stunden unterwegs und hat erst wenige hundert Meter zurückgelegt. Die hochkonzentrierten Lotsen an Bord haben noch viele Stunden Arbeit vor sich.

Foto: Björn Haß

Langsam schiebt sich die Norwegian Encore in die nächste Biegung der Ems. Es ist immer wieder beeindruckend wie sich ein so großes und hell beleuchtetes Kreuzfahrtschiff durch die Nacht und das Land bewegt. Das riesige Schiff ist kilometerweit zu sehen.

Foto: Björn Haß

Das 169.145 BRZ große Kreuzfahrtschiff Norwegian Encore gehört zu den größten in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffen und wird 4.004 Passagiere aufnehmen. Nachdem die technische und nautische Seeerprobung auf der Nordsee erfolgt ist, wird das Schiff Ende Oktober in Bremerhaven an die Reederei übergeben.

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